Nicht jeder Körper reagiert gleich auf Training, ein großer Teil davon liegt an genetisch unterschiedlichem Bindegewebe. Im Buch Der Faszien Code unterscheiden Robert Schleip, Heike Oellerich und ich zwei grundlegende Typen, vereinfacht Wikinger und Elfe genannt. Wikinger Bindegewebe ist fester, dichter und stabiler, das bringt Kraft und Robustheit mit sich, neigt aber zu Steifheit. Elfen Bindegewebe ist lockerer, weicher und beweglicher, das schenkt Geschmeidigkeit und Feinkoordination, geht aber oft mit weniger Stabilität in den Gelenken einher.
Etwa ein Drittel der Menschen lässt sich eindeutig dem einen, ein Drittel dem anderen Typ zuordnen, das letzte Drittel liegt dazwischen oder zeigt in verschiedenen Körperregionen unterschiedliche Ausprägungen, sogenannte Crossover Typen. Wikinger Typen profitieren meist von beharrlichem Mobilitätstraining, Elfen Typen brauchen eher gezielte Stabilisierung statt noch mehr Dehnung. Kein Typ ist besser oder schlechter, aber das Training sollte zum jeweiligen Gewebe passen.
Wie erkennst du deinen Bindegewebstyp?
Im Buch gibt es dafür einen ausführlichen Selbstcheck mit gezielten Beweglichkeitstests für Rumpf, Hüfte, Knie und Gelenke, ausgewertet über ein Punktesystem. Als spielerischen, nicht wissenschaftlich belegten ersten Hinweis aus der Praxis, kommst du leicht in tiefe Dehnpositionen, frierst schnell und isst lieber kleine Portionen, tendierst du eher zum Elfen Typ. Fühlst du dich robust, frierst selten und magst herzhafte Mahlzeiten, spricht das eher für den Wikinger Typ. Eine genaue Einschätzung gibt aber erst der vollständige Test oder eine osteopathische Untersuchung.