Reißt der äußere Faserring einer Bandscheibe teilweise oder vollständig, treten Teile des weichen Gallertkerns aus und können auf benachbarte Nerven drücken. Das löst Schmerzen aus, die oft in Beine oder Arme ausstrahlen, manchmal begleitet von Taubheit, Kribbeln oder Muskelschwäche. Ein Bandscheibenvorfall kann aber genauso gut völlig beschwerdefrei bleiben und nur zufällig im MRT auffallen.
Reicht ein einziges falsches Heben für einen Vorfall?
In der Regel nicht. Bandscheiben verlieren mit den Jahren natürlicherweise an Elastizität, ein Vorfall ist meist eher der letzte Tropfen nach längerer Vorbelastung durch Fehlhaltungen, einseitige Belastung oder zu wenig Bewegung, als die Folge einer einzelnen Bewegung.
Was hilft über die akute Phase hinaus?
Osteopathie kann begleitend die zugrunde liegenden Spannungsmuster im ganzen Körper in den Blick nehmen, nicht nur die betroffene Bandscheibe. Gezielte Trainingstherapie kann Rumpf und Rückenmuskulatur stärken, Faszientraining mit der FASZIO® Strategie Kraft kann die Stabilitätsverteilung entlang der myofaszialen Ketten unterstützen. In der akuten Phase ist eine ärztlich abgestimmte Schmerztherapie wichtig, damit keine Schonhaltungen entstehen.
Wann ist das ein Notfall?
Taubheitsgefühle, deutlicher Kraftverlust oder Probleme beim Wasserlassen sind Alarmzeichen, die sofort ärztlich abgeklärt werden müssen, hier kann auch eine Operation nötig sein.